Donnerstag, 26. Mai 2016

Buchempfehlungen für Vor- und Selberleser: von Zwergen, Löwen und Vertriebenen

Ich kaufe sehr gerne Bücher. Aber nicht nur für mich, auch für meine Kinder. 
Gestern habe ich mal wieder für den kleinsten Mitbewohner zugeschlagen:
Finn-Ole Heinrich hat vorgestern in der Schule meines jüngsten Sohnes vorgelesen, da war klar, dass wir das Buch sofort kaufen mussten, denn "Mama, der hat an der spannensten Stelle aufgehört! Das war so gemein!" Wer lieber einem Hörspiel lauscht, dem sei gesagt, das man sich das ganze Buch auf Spotify anhören kann und dann erfährt man auch, ob Frerk einen Hund bekommt und was aus dem Ei schlüpft, das er aus Versehen in seiner Hosentasche ausbrütet. Skurril und sehr komisch!

Das Buch von Kirsten Boie ist jetzt schon ein Klassiker, denn keine schafft es wie sie, die Problematik einer aus Syrien flüchtenden Familie kindgerecht zu beschreiben. Sie spart nicht an Bildern, die auch schon kleinere Kinder verstehen, wie zB die immer stärker werdenen Flugzeugangriffe oder das überfüllte Boot der Schlepper, der Verlust des liebsten Kuscheltieres oder aber der feste Glaube, dass die Eltern die Kinder beschützen. Mehrfach muss man als Vorleser schlucken, so nah geht einem das Geschehen, vielleicht sogar genau wegen der Sprache. 
Ein absolutes Muss!!!

Ein ganz anderes Buch ist dagegen "Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte" von Martin Balscheit. Denn eigentlich ist der Löwe der Meinung, er müsse das auch nicht, er könne ja laut brüllen und das reicht. Aber kann er damit die Löwin beeindrucken? Die in einem Buch liest? Der schreibt man doch lieber einen Brief und weil er das nicht kann, bittet er lauter verschiedene Tiere, ihm zu helfen. Dass das gehörig schief geht, kann man sich denken. Einfach herrlich!

LG von Caro

Montag, 23. Mai 2016

Mein Insta-Wochenende in Leipzig

Dieses Wochenende war ich mal wieder mit ganz vielen lieben Freundinnen unterwegs. 
Nachdem im hohen Norden in der letzten Woche Ferien waren (was ja inzwischen heißt, dass ich drei Schulkinder bespaßen muss, was bei einem Altersunterschied von 6 Jahren nicht so leicht ist), habe ich mich auf meine Auszeit besonders gefreut, va weil es in den wilden Osten ging, nämlich nach Leipzig! Da wollte ich schon immer mal hin und bin voll begeisert. Ein unheimlich grüne, bunte, geschichtsträchtige, fröhliche, künstlerische Stadt. 
Wir waren gefühlt überall: in der Innenstadt, bei Auerbachs Keller, in der Thomaskirche, auf dem MDR-Tower, im Cantona (lecker!), im Chinabrenner (oberlecker), im Cafe Maitre (besten Brioche ever) und in der ehemaligen Baumwollspinnerei. Allein dort hätte ich Stunden verbringen können und mit dem Inhaber der Galerie Kleindienst über seine Arbeit sprechen können oder mit dem Künstler Hans Aichinger in der Maerzgalerie über seine fotorealistischen Ölgemälde.

Leipzig, Du tolle Stadt - ich komme wieder!

LG von Caro

Donnerstag, 12. Mai 2016

12 von 12 - Mai 2016

Willkommen zu "12 von 12" im Mai!
Seit letzter Woche Donnerstag wird hier täglich mehrfach per Hand abgewaschen, weil die Spülmaschine nach über 10 Jahren den Geist aufgegeben hat, selbst der Fachmann riet von einer Reparatur ab. Aber morgen kommt die neue und dann hat das endlich wieder ein Ende, zum Glück!

 Ürks, kein Wasser am Vormittag, da merkt man erstmal, wie einem das fehlt im Haushalt.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Neues Lieblingsgewürz: Ras el Hanout

Kennt ihr die Gewürzmischung "Ras el Hanout"? 
Dabei handelt es sich um eine marokkanische Gewürzmischung, ihr bekommt sie beim türkischen Gemüsehändler eures Vertrauens oder im Supermarkt. Darin finden sich Coriander, Cumin, Cardamom, Zimt, Pfeffer schwarz, Anis, Chillis, Curcuma, Paprika edelsüß, Ingwer, Knoblauch, Nelken, Sternanis, Muskatnuss, Rosenblütenblättern, Schwarzkümmel, Lavendelblüten und Paradieskörnern und schon beim Öffnen des Deckels läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Ich habe damit gestern eine "Orientalische Hackpfanne" gekocht
Dazu braucht man


2 El Pinienkerne
2 Knoblauchzehen 
500 g gemischtes Hackfleisch 
1 Tl Raz el Hanout
1 Stange Porree
1 rote und 1 gelbe Paprika
3 El Rosinen
4 El Ajva
 Salz, Pfeffer 
1/4 Bund Koriandergrün 
200 g Tomaten 
200 g Gurke
300 g griechischem Sahnejoghurt
 
Die Pinienkerne ohne Öl in einer Pfanne rösten und abkühlen lassen. Das Hackfleisch in einer Pfanne anbraten. Klein gehackten Knoblauch und 1 Tl Raz el Hanout zugeben und kurz mitbraten. 
Porree in Ringe schneiden, die Paprika in Streifen.
Porree, Paprika und die Rosinen in die Pfanne geben und 5 Minuten mitbraten.4 El Ajvar und 150 ml Wasser zugeben, aufkochen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. 
Koriander grob hacken. 
Die Tomaten vierteln, Tomateninneres grob hacken und unter das Hack mischen, Tomatenviertel in kleine Würfel schneiden. Die Gurke in kleine Würfel schneiden. Gurken- und Tomatenwürfel mit dem Jogurth mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles zusammen servieren. 

Dazu passt Couscous oder Fladenbrot.

LG von Caro

Montag, 9. Mai 2016

Buchempfehlung: "Zwischen den Welten"-Trilogie von Laini Taylor

In den letzten Wochen durchgeschmökert: 
die "Zwischen den Welten"-Trilogie von Laini Taylor mit sage und schreibe fast 2000 Seiten:
Karou ist Kunststudentin in Prag, gerade frisch getrennt nach einer unglücklichen Liebe, stürzt sie sich voller Elan in ihr nächstes Projekt für die Uni. Zusammen mit ihrer Freund Zuze lässt sie sich durch die verwunschenen Gassen treiben und versucht eine ganz normale Studentin zu sein. Dabei ist sie alles andere als das, was nicht nur daran liegt, dass sie strahlend blaue Haare hat und fast alle Sprachen der Welt spricht. Sie verschwindet immer mal wieder, um "Aufträge" für Brimstone zu erfüllen, jenen Vaterersatz, der seine Werkstätte in einem alten Haus in der Prager Innenstadt betreibt und dabei alles andere als menschlich ist. Denn in dieser Trilogie ist nichts, wie es zu Beginn scheint: schon bald tummeln sich Chimären, Engel und Wiedererwecker in der Geschichte. Und es wird klar, dass Karou eine Schlüsselrolle in diesem seit tausenden von Jahren tobenden Krieg zwischen Bestien und Seraphen zukommt. Denn als plötzlich überall in der Welt geheimnisvolle Handabdrücke erscheinen, holt ihre Vergangenheit sie ein. Wird sie endlich das Geheimnis ihrer Herkunft lüften? Zu welcher Seite gehört sie? Und welche Rolle spielt Akiva, jener Seraph, der ihr so fremd und doch so vertraut vorkommt?

Eine tolle dicke Trilogie! 
Nachdem man sich zunächst etwas einlesen muss, rast man nur so durch die Seiten. Unglaublich phantasievoll erschafft Taylor eine parallele Fantasywelt, in der man schon nach kurzer Zeit nicht mehr weiß, für wen man sein soll, wer ist gut und wer doch böse? Thiago, der weiße Wolf - Jael, Anführer der Dominion - Zirin, der letzte Überlebende seines Stammes - die Bastarde, nur geschaffen, um zu sterben - sie alle bilden zusammen mit Karou und Akiva eine atemberaubende Geschichte über Magie, die einen in ihren Bann zieht und mitreißt bis zum Finale. 

"Und was genau weiß ich nicht? fragte Karou hitzig. 
"Alles über seine Magie zum Beispiel", erwiderte Akiva. "Über die Wünsche. Weißt du, wo sie herkommen?"
"Wo sie herkommen?"
"Sie sind nicht umsonst, Karou. Magie hat ihren Preis. Und dieser Preis ist Schmerz." 

LG von Caro


Mittwoch, 4. Mai 2016

Nachgebacken: "Biancas Cranberry-Brot" aus dem Topf

Nachdem ich nun hauptsächlich herzhafte Brote in meinen Töpfen gebacken habe, habe ich mich vor einiger Zeit an ein süßes Hefebrot gewagt, dessen Rezept ich aus dem "Brot aus dem Topf"-Buch habe.
"Brot aus dem Topf" von Gabriele Redden
erschienen bei Bassermann Inspiration, 2013
ISBN: 978-572-08119-6

Und weil ich dachte, ihr wollt bestimmt das Rezept haben (denn es ist wirklich unglaublich lecker, saftig und nussig) um vielleicht jetzt für Pfingsten etwas Besonderes zu backen, habe ich im Verlag nachgefragt, ob ich es im Blog veröffentlichen darf und darum gibt es jetzt für alle 

"Biancas Cranberry-Brot" aus dem gusseisernen Topf

Zutaten:
150g getrocknete Cranberries
125 ml frisch gepressten Orangensaft
10 g Trockenhefe
1/4 TL Rohrzucker
3 El lauwarmes Wasser
400g Weizenmehl 550
150g kalte Butter in kleinen Stücken
2 Eier (Gr. L)
50g gehackte Haselnüsse
100g Pinienkerne

Zubereitung:
Zunächst weicht ihr die Cranberries etwa 30 Minuten in dem Orangensaft ein.
Hefe und Zucker im lauwarmem Wasser auflösen.

In einer Rührschüssel vermischt ihr nun das Mehl mit dem Salz und setzt die Butterstücke oben drauf. Mit den Knethaken der Küchenmaschine auf kleinster Stufe zu einer krümeligen Masse verarbeiten. Nun die Hefemischung und die Cranberries mit dem Saft dazu geben und alles verrühren. Die Eier verquirlen und ebenfalls unterkneten. Alles etwa 3 Minuten auf kleinster Stufe kneten, bis ein glatter, aber weicher Teig entsteht.

Den Teig auf einer mit Mehl bestreuten Arbeitsfläche noch weiter 3 Minuten kneten, zu einem Ball formen und in eine saubere Schüssel geben. Mit einem Tuch bedeckt an einem warmen Ort 3 Stunden gehen lassen. Anschließend die Haselnüsse und Pinienkerne vorsichtig unter den Teig heben. Zu einem runden Laib formen und mit einem Tuch bedeckt nochmal 1 Stunde gehen lassen.

Einen 3l fassenden gusseisernen Topf im Backofen auf 190°C erhitzen (das dauert etwa 35 Minuten!).

Mit Handschuhen (!!!) den Topf aus dem Ofen holen, den Deckel anheben, den Laib hineinlegen und mit geschlossenem Deckel wieder in den Ofen stellen und für 40 Minuten backen.

Nach der Backzeit das Brot herausgleiten lassen und auf einem Rost abkühlen lassen. Wer möchte, kann noch Puderzucker darüber stäuben.

Viel Spaß beim Nachbacken!

LG von Caro

Montag, 2. Mai 2016

Anker gehen immer!

Habt ihr schon bei Susanne von "Hamburger Liebe" die neuen Sea Breeze Stoffe mit den Ankern gesehen? 
Ich war sofort entzückt, denn Anker sind irgendwie die neuen Sterne bei uns im Haus und auch bei meinen Kindern sehr beliebt.

So gab es dann ein Oberteil für mich (natürlich Frau Aiko), dass ich durch die Rückennaht in Form gebracht habe, denn der Jacquard gibt doch mehr nach als Jersey
und mein einer Sohn hat sich aus den Resten noch ein neues Kuschelkissen gewünscht
 
und wegen der Gerechtigkeit unter Zwillingen gabs dann für den anderen auch noch ein Kissen aus dem dunkleren Ankerstoff und inzwischen sind beide Kissen immer heimlich im Bett des kleinsten Mitbewohners. Ich glaube, da muss ich nochmal ran ;o)
Der Jacquard lässt sich super einfach mit einer Overlock oder einer normalen Nähmaschine vernähen und ist herrlich weich und kuschelig. Aber durch die gewebte Struktur ist er ganz anders anzufassen als Sweat oder Jersey, viel hochwertiger. Eine wirkliche Bereicherung meines Stoffregals.

Vielen Dank, dass ich Probenähen durfte!

LG von Caro

Montag, 25. April 2016

Brotbackmischungen im Topf backen? Ja klar!

Manchmal muss es schnell gehen, da steht die Familie hungrig in der Tür und möchte sofort frisch gebackenes Brot zum Abendbrot und man hat keine Zeit, um den Teig entweder am Vorabend vozubereiten oder zwei Stunden unter der Duschhaube gehen zu lassen, dann muss es schneller gehen. Zu diesem Zweck finde ich Brotbackmischungen sehr praktisch. Gut, dass man gucken kann, was drin ist, alles mit ellenlangen Zutaten, die ihr nicht kennt, solltet ihr im Regal lassen. 

Meine Favoriten sind momentan die von Seitenbacher, da ist nix anderes drin als verschiedene Mehlsorten, Meersalz, Hefe und Sauerteig. Allerdings ist das Mehl nicht bio, aber das benutze ich dann eben wieder, wenn ich nach meinen Rezepten backe. Jedes Paket enthält alles, um zwei Brotlaibe zu backen und lässt sich gut halbieren, den Rest packt man für den nächsten Brotnotfall zur Seite.

Ausprobiert habe ich letzte Woche das Odenwälder Bauernbrot, das ich zunächst in der Kastenform gebacken habe, um eine "Gefühl" für das Brot zu bekommen. Lecker, aber sah nicht hübsch aus und der Boden war auch nicht ganz durch, so dass ich dachte, das muss doch auch im Topf gehen.

Folgendes hab ich dann für die Zubereitung im Topf geändert: 
ich habe den Teig zwei Mal in der Schüssel an einem warmen Ort gehen lassen und nicht wie angegeben beim zweiten Mal in der Backform. Während des zweiten Gehens habe ich meinen kleineren gusseisernen Topf schon mal im Ofen 30 Minuten lang vorgeheizt, aber nur auf 220 Grad. Nach dem Formen des Laibes gings dann weiter wie immer: Topf raus, Brot rein, einschneiden und Mehl drüber, Deckel drauf, ab in den Ofen, 1 Stunde backen (wer keine zu dunkle Kruste mag, stellt nach 20 Min auf 200 Grad runter), Deckel runter und ...tadaaa... viel schöner, alles durch, sehr knusprig, viel besser. Und lecker!

Mittwoch, 20. April 2016

Frau Aiko aus Seemannssweat

Als ich bei "Alles für Selbermacher" den Seemannssweat sah, musste ich ihn sofort kaufen: 
zum einen sprach mich der Name sofort an, zum anderen fand ich die angebotenen Farben einfach toll. Natürlich hab ich wie immer Frau Aiko genäht, mit langem Arm, so ist aus dem Sweat ein richtiger Pulli geworden, der sich auch wunderbar ohne Strickjacke drüber im Frühling tragen lässt.
Schnitt: Frau Aiko
Stoff: Seemannssweat von "Alles für Selbermacher"

Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt, wie wandelbar der Schnitt ist: aus Baumwolle mit 3/4 Arm wirkt er fein, aus Jersey wirkt er sportlich, mit langem Arm hält er warm. Der Ausschnitt sitzt immer richtig und wenn man eine Rückennaht macht, sitzt er figurbetonter. Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt ein anderes Oberteil so oft und so gerne getragen habe, wie meine Aikos.

LG von Caro

Montag, 18. April 2016

"3-Minuten-Brot" - reloaded

Erinnert ihr euch eigentlich noch an das sensationelle "3-Minuten-Brot"? 
Das Rezept hab ich schon 2009 (!) gepostet und seitdem so oft gebacken, jedoch in den letzten Jahren ist es irgendwie in Vergessenheit geraten. Warum eigentlich? Es ist so toll und schnell und lecker und (wer hat´s erraten?) es funktioniert auch im Topf! Es wird zwar etwas flacher statt in einer Kastenform, aber wunderbar saftig und mit einer tollen Kruste.

Wer das auch mal wieder backen will, der nehme

1x Hefe (frisch oder Tüte)
450ml lauwarmes Wasser
500g Dinkel-Vollkornmehl (oder anderes)
2 TL Salz
2 EL Essig (ich hab Apfelessig genommen)
Nüsse und Kerne nach Belieben

Hefe in Wasser auflösen (wer mag gibt noch bißchen Honig dazu). Zusammen mit den anderen Zutaten in einer großen Schüssel verkneten und in einen ofenfesten Topf mit Deckel, ausgelegt mit Backpapier oder in eine Kastenform füllen. Dann ab in den KALTEN(!!!) Backofen (Brot NICHT gehen lassen!!!), untere bzw bei der Kastenform mittlere Schiene (bei letzterem unten eine Tasse Wasser reinstellen, beim Topf braucht man die nicht), den Ofen auf 200°C stellen und 60 Min. backen. 

LG von Caro

Samstag, 16. April 2016

Buchempfehung: "Der Zirkus der Stille" von Peter Goldammmer

Nicht nur äußerlich ein Augenschmaus: 
Alles aus ihrem früheren Leben hat Thaïs Leblanc verdrängt - verschlossen, im hintersten Winkel ihres Bewusstseins: v.a. ihre Kindheit im Zirkus, erzogen von ihrer Großmutter, der unvergleichlichen Madame Victoria, die niemanden neben sich duldete. Stattdessen arbeitet sie in einem Brautsalon in Paris, als sie vom Tod ihrer Großmutter erfährt und die Vergangenheit sie einholt. Welche Rolle spielt der geheimnisvolle Cirque perdu? Was kann ihr dessen Direktor, Papó, über ihre Eltern erzählen? Das Testament der alten Dame bringt Dinge über ihre Familie ans Tageslicht, die Thaïs lieber vergessen hätte und zeigt ihr, dass die größte Angst die ist, die man ein Leben lang mit sich herumträgt ohne den Mut zu haben, sich ihr zu stellen. 

Poetisch, besonders, melancholisch. 
Eine Geschichte der leisen Töne, der Metaphern und Geheimnisse. 

"Das ist deine Trauerschnur, ich bitte dich, Thaïs, dass du jeden Tag einen Knoten in diese Schnur bindest. Das ist sehr wichtig. Jeden Tag einen Knoten. Fang heute damit an. Wenn du vierzig Knoten gebunden hast, sehen wir uns wieder. Dann werden wir alle Knoten gemeinsam lösen. Dann wird sich alles lösen."

LG von Caro

Donnerstag, 14. April 2016

Nachgebacken: "Olaf" das Topfbrot

Immer auf der Suche nach neuen Brotrezepten, habe ich schon mehrfach "Olaf - das Topfbrot" von Andrea von "Zucker im Salz" nachgebacken.
Es ist superkross von außen, innen saftig und passt sowohl zu Quark mit Marmelade als auch zu Wurst oder Käse. Ein super Alltagsbrot! Ich habe lediglich das Weizenmehl 505 durch Dinkelmehl 630 ersetzt, was uns allen besser schmeckt. Und letztes Mal gab´s noch Leinsamen im Teig, das war auch sehr lecker. Vielen Dank für das Rezept, Andrea!
Wenn ihr bis jetzt noch kein Brot im gusseisernen Top gebacken habt, dann müsst ihr das wirklich allmählich mal tun, denn dieser Moment, wenn man nach einer Stunde den geschlossenen Topf aus dem Ofen holt und den Deckel lupft - der ist wirklich unbezahlbar. Denn es ist wie Zauberei, als hätte jemand heimlich ein perfektes Brot aus der Bäckerei in den Bräter gelegt, während man ihm den Rücken zugewandt hat. Ich liebe diesen Überraschungsmoment! 
Gusseiserne oder andere ofenfeste Töpfe gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen in ganz unterschiedlichen Preisklassen. Meine beiden haben einen Durchmesser von 22 cm bzw 26 cm, entweder für kleine oder große Brote. Was ihr auch nicht unterschätzen dürft: der Topf muss für einige Rezepte ordentlich vorgeheizt werden. Das dauert je nach Topfgröße etwa 30 bis 45 Minuten und dann NIE NIE NIE den Topf ohne Handschuhe anfassen. Und NIE NIE NIE den Deckel nach dem Reinlegen des Laibes ohne Handschuhe wieder auflegen!!! Das ist so wahnsinnig heiß und man verbrennt sich höllisch, ich spreche da aus Erfahrung!

Und jetzt: auf die Töpfe, fertig, LOS!

LG von Caro

Dienstag, 12. April 2016

12 von 12 - April 2016

Guten Morgen!
Zum Frühstück gab´s noch die letzten Reste vom köstlichen Cranberry-Brot.

Doofe Hausarbeit erledigt
und einkaufen gewesen.

Montag, 11. April 2016

Buchempfehlung: "Eins" von Sarah Crossan

Ein äußerst ungewöhnliches Buch: 
Tippi und Grace sind 16 Jahre alt und dass sie noch leben, ist ein kleines Wunder. Normalerweise haben Menschen wie sie ein sehr viel niedrigere Lebenserwartung, denn Tippi und Grace sind siamesische Zwillinge. Doch sie haben Glück, sie sind erst ab der Hüfte zusammen gewachsen, teilen sich zwar lebenswichtige Organe, können aber viele Dinge wie ganz normale andere Teenager machen. Natürlich ist die medizinische Überwachung der beiden eine enorme Belastung für ihre Familie und übersteigt irgendwann deren finanzielle Möglichkeiten. Ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig, als die beiden nach jahrelangem Unterricht zu Hause auf eine normale Schule zu schicken. Was wird sie dort erwarten? Die Freakshow? Offenes und verstecktes Geflüster über ihre Abnormalität? Oder haben die beiden die Chance, trotz ihrer ungewöhnlichen Lebensumstände als ständiges Anhängsel des einen, Freundschaften zu finden?

Ein ganz besonderes Buch. 
Zum einen ist der Schreibstil mehr als ungewöhnlich und gleichzeitig auch gewöhnungsbedürftig, denn der Text ist fast ausschließlich linksbündig geschrieben. Die einzelnen Sätze sind so unterteilt, die Worte gewinnen dadurch aber unheimlich an Kraft, denn man ist gezwungen, langsam und anders betont zu lesen, als wenn es normaler Blocksatz wäre. Zum anderen unterstreicht der Stil so die gespaltenen Leben der Schwestern, denn ihr Leben lang gab es immer nur ein nebenan, ein zusammen und nie ein allein. Selbst bei ihren regelmäßigen Gesprächen mit ihren Psychologen, wenn sich die andere Kopfhörer aufsetzt, um ihrer Schwester etwas Privatssphäre zu verschaffen, sind sie sich doch des andere immer bewusst. In guten und in schlechten Zeiten, immer zu zweit. 
Doch wer weiß, wie lange das noch gut geht, wie lange machen ihre Körper diese unglaubliche Belastung noch mit?

"Wir können zur Schule gehen, " sagt sie,
"und uns Jobs suchen
und Autofahren und schwimmen und wandern gehen.
Du weißt, dass ich dir
überallhin folgen würde, Gracie.
Alles was du willst, 
du brauchst es nur zu sagen,
dann machen wir es.
Wir können alles machen,
okay?"

"Okay", wiederhole ich.

"Aber wir dürfen uns nie,
niemals
verlieben.
Verstehst du?"

"Ja", flüstere ich.
"Ich weiß."

Aber ihre Warnung kommt
zu spät.

LG von Caro

Mittwoch, 6. April 2016

Nachgebacken: Dinkelbrot mit Nüssen und Möhren aus dem Topf

Dem Brotbacken inzwischen vollkommen verfallen, hab ich gestern ein neues Brot im Topf gebacken und kann schon jetzt sagen: hat das Zeug zum Lieblingsbrot (oder "Richtig geil, Mama!", wie mein einer 13jähriger Zwilling meinte).
Das Rezept für das "Dinkelbrot mit Nüssen und Möhren" kommt von Anitas Blog "olles Himmelglitzerding" und ist so einfach: Hefe auflösen, Nüsse hacken, Möhren raspeln, mit Dinkelmehl, Salz, Zucker und Essig kneten, ab in den kalten Topf, Deckel drauf, 1 Stunde backen, Deckel lupfen und "Boah, ist das toll!" rufen ;o)
Innen ist es unglaublich saftig und kernig durch die Nüsse und die Möhren, der Rand aber trotzdem schön weich und es duftet! Für heute wurde schon das nächste bestellt.
Vielen Dank für das Rezept, Anita!

Und gestern kam auch noch ein neues Brotbackbuch, nämlich "Brot aus dem gusseisernen Topf" von Gabriele Redden
Das macht so Appetit! Alle vorgestellten Brote werden im Topf im Backofen gebacken, diese Methode finde ich einfach faszinierend und es schmeckt wirklich ganz anders, als in der Kastenform oder als Laib gebacken. Am liebsten möchte ich jedes der vorgestellten Brote sofort nachbacken, besonders gerne aber das Müsli-Joghurt-Brot und das mit den getrockneten Cranberrys im Teig. Alle Rezepte sind ohne viel Schnickschnack, hinten sind auch noch leckere Aufstrichrezepte drin, sowas mag ich.

Viele Grüße aus der Küche von Caro